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Vorteile und Nachteile einer Regenwassernutzungsanlage
Durchschnittlich verbraucht jeder Bundesbürger etwa 120-130 Liter Trinkwasser pro Tag. Damit liegen wir hier im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn am unteren Ende der Statistik.
Diese Trinkwassermenge verwenden wir zu gut einem Drittel für die Toilettenspülung, zu einem weiteren Drittel für das Wäschewaschen und das verbleibende Drittel für Körperpflege und Putzen. Für Trinken und Kochen verwenden wir durchschnittlich ca. 3 Liter am Tag. So lauten jedenfalls die öffentlich zugänglichen Statistiken. Wir fragen uns allerdings, wo in diesen Positionen der Teil des Wasserverbrauchs versteckt ist, der für die Gartenpflege verwendet wird (scheinbar wird der Wasserverbrauch nach der Abwassermenge berechnet).
Der Frischwasserverbrauch für eben diese Gartenpflege, die Toilettenspülung und das für das Wäschewaschen ließe sich durch eine Regenwassernutzungsanlage deutlich reduzieren. Das klingt nach Geld sparen und einer ökologisch sehr sinnvollen Maßnahme.
Das ganze hat allerdings gleich mehrere Haken. Zum einen ist eine Regenwassernutzungsanlage nicht umsonst zu haben (Materialkosten ca. 2.000 Euro plus Einbau; Amortisationszeit ca. 10-20 Jahre). Zum anderen streiten sich die Gelehrten, ob ein deutlicher Minderverbrauch von Grund- und Trinkwasser ökologisch tatsächlich so sinnvoll ist. Einige Experten befürchten das Ansteigen der Grundwasserspiegel (zumindest in einigen Regionen). Andere Experten verweisen auf die Folgen für die Trinkwassernetze (also die Wasserleitungssysteme), denn durch einen sinkenden Wasserverbrauch steht das Wasser länger in den Leitungen, was zu einer Verschlechterung der Trinkwasserqualität führen kann. Dem müssten die Wasserversorger entgegenwirken, was das Trinkwasser letztlich sicher wieder verteuern würde.
Die Nutzung von Regenwasser dürfte daher insbesondere für Gartenbesitzer mit mehr als nur einem kleinen Vorgarten interessant sein. Da reicht dann aber häufig eine einfache Regentonne, die an die Regenrinne angeschlossen wird. Kosten ca. 100- 200 Euro (plus Einbau). Etwas anders sieht es in den Regionen aus, in denen die Kanalnetze nur unzureichend sind und in denen es schon bei leicht stärkeren Regenfällen zu Überlastungen kommt. Dies könnte durch einen breitflächigen Einsatz von Regenwassernutzungsanlagen zumindest gemildert werden.
(Artikel zuletzt überbearbeitet: 20.08.2009)
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