Baufinanzierung: welchen Einfluss hat der EZB-Leitzins auf die Zinskonditionen

Viele Verbraucher glauben, dass der Leitzins der EZB einen direkten Einfluss auf die Zinssätze für Immobilienfinanzierungen hat. Steigt der Leitzins der Europäischen Zentralbank, steigen auch die Zinsen für Immobilienfinanzierungen - und umgekehrt. Aber stimmt das oder ist das nur ein Mythos?

Was ist eigentlich der EZB-Leitzins?

Wenn in den Medien vom “EZB-Leitzins” die Rede ist, ist damit der so genannte Hauptrefinanzierungszinssatz gemeint. Zu diesem Zins können sich Banken Geld von der EZB für die Zeit von einer Woche (!) leihen. Die EZB bietet Banken zusätzlich auch längerfristige Darlehen mit einer Laufzeit von 3 Monaten an.

Wo beschaffen sich Banken das Kapital für Baufinanzierungen?

Wenn Banken langfristige Hypothekenkredite vergeben, müssen sie sich das dafür notwendige Kapital am Kapitalmarkt beschaffen. Optimal wäre es natürlich, wenn sie das Geld bei ihren Kunden einsammeln könnten, aber welcher Bankkunde hat bei seiner Bank Kapital für 10 oder mehr Jahre fest angelegt? Also bleibt nur der Kapitalmarkt, auf dem Anleger vor allem nach sicheren Wegen suchen, ihr Geld anzulegen.

Banken beschaffen sich das Kapital für Immobilienfinanzierungen vor allem durch die Ausgabe von Pfandbriefen. Diese Pfandbriefe müssen dann “unter das Volk” bzw. unter Investoren gebraucht werden. Das sind weniger Privatpersonen als institutionelle Anleger wie Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften oder Pensionsfonds.