Wann und für wen lohnen sich Forwarddarlehen?

Wenn die Zinsbindung Ihres Darlehens in 12-60 Monaten endet und Ihre jetzige Bank Sie nicht oder nur gegen eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig aus dem Darlehensvertrag lässt, haben Sie trotzdem die Möglichkeit, sich die aktuell niedrigen Zinsen zu sichern: das Zauberwort heißt Forwarddarlehen.

Forwarddarlehen sind nichts anderes als ganz normale Annuitätendarlehen, nur dass sie nicht sofort, sondern später ausgezahlt werden. Normalerweise würde eine Bank ab einem bestimmten Zeitpunkt nach der Darlehenszusage, z.B. nach 6 Monaten, von Ihnen Bereitstellungszinsen verlangen. Das sind Zinsen dafür, dass das Geld abrufbereit bei der Bank liegt. Um genau das zu vermeiden, wurden die Forwarddarlehen entwickelt. Der Clou besteht darin, dass Sie bis zur Auszahlung, beispielsweise in 24 Monaten, eben keine Bereitstellungszinsen zahlen müssen. Allerdings verzichten Banken nur ungern auf Geld. Sie schlagen letztlich einfach die kalkulierten Bereitstellungszinsen auf den eigentlichen Zinssatz obendrauf (sog. “Forwardzuschlag”). Deswegen zahlen Sie nach der späteren Umschuldung also einen leicht höheren Zins als würde das Darlehen sofort ausgezahlt.

Ob sich ein Forwarddarlehen für Sie lohnt, ist immer auch eine Art Wette. Entscheiden Sie sich jetzt für ein Forwarddarlehen und das Zinsniveau ist zum Zeitpunkt der Umschuldung höhere als heute, haben Sie die Wette gewonnen. Liegt das Zinsniveau später unter dem heutigen Stand, habe Sie verloren. Wenn man sich allerdings die Zinsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte (und der letzten Wochen/Monate) anschaut, kann man heute mit einem Forwarddarlehen eigentlich nichts grundlegendes verkehrt machen.