Die Rückwärtshypothek sorgt für eine zusätzliche Rente

Die Lebenserwartung der Deutschen steigt, das Rentenalter wird immer aktiver gestaltet und bei vielen Menschen besteht der Wunsch, bis zum Lebensende in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Doch um sich die Betreuung oder Pflege in den eigenen vier Wänden leisten oder einige Extras im täglichen Leben gönnen zu können, reicht die Rente häufig nicht aus. In dieser Situation kann die auf dem deutschen Markt eher unbekannte „Reverse Mortgage“ (Rückwärtshypothek), eine Lösung sein. Diese wird seit den 60er Jahren in den USA und seit einigen Jahren auch in einigen europäischen Ländern (z.B. Großbritannien und Frankreich) angeboten.

In Deutschland wurden in der Vergangenheit mehrere Versuche gestartet, die Rückwärtshypothek auch hierzulande zu etablieren. Leider sind sämtliche flächendeckenden Versuche in dieser Richtung bislang gescheitert. Die Hauptgründe waren die sehr konservative Wertermittlung und die vergleichsweise hohen kalkulatorischen Zinsen, die zusammen zu relativ geringen Auszahlungsbeträgen geführt haben. Das war dann für viele Verbraucher nicht mehr wirklich interessant.

Die folgenden Infos beschreiben, wie Rückwärtshypotheken grundsätzlich funktionieren.

Wie funktioniert eine Rückwärtshypothek genau?

Die Rückwärtshypothek ist nichts anderes als ein Darlehen. Die erste Besonderheit ist, dass Sie das Darlehen entweder sofort in einer Summe ausgezahlt bekommen oder als eine laufende lebenslange Rente. Die zweite Besonderheit ist, dass Sie für dieses Darlehen keine Zinsraten oder Tilgungsraten zahlen müssen.

Bei der Rückwärtshypothek oder Rentenhypothek gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Varianten:

  • eine Einmalzahlung
  • eine Zeitrente, die monatlich oder vierteljährlich ausgezahlt wird

Beide Varianten zeichnen sich dadurch aus, dass Sie keine Zins- oder Tilgungsraten zahlen. Außerdem haftet nur Ihre Immobilie. Sie selbst haften nicht persönlich für das Darlehen.
Leider gibt es derzeit keine Anbieter für Rückwärtshypotheken in Deutschland. Mehrere Versuche, dieses Produkt am Markt zu etablieren waren bislang leider wenig erfolgreich. So hat beispielsweise die Investitionsbank Schleswig-Holstein (Landesförderinstitut) das Neugeschäft mit der sog. Immobilienrente eingestellt.

Alternativen zur Rückwärtshypothek

Wir haben bei vielen Anfragen, die uns erreicht haben, festgestellt, dass die klassische Rückwärtshypothek gar nicht notwendig bzw. nicht das richtige Produkt gewesen wäre. Häufig war eins klassische Immobilienfinanzierung sehr viel effektiver und kostengünstiger als die Rückwärtshypothek. Wir haben am Markt verschiedene (wenn auch wenige) Anbieter gefunden, die passende Immobilienfinanzierungen auch für Rentner und Pensionäre anbieten.

Ende Juni 2016 wird es als Alternative zur Rückwärtshypothek ein sog. Leibrenten-Modell in Deutschland geben. Im Gegensatz zur der Rückwärtshypothek, wird dabei die Immobilie an den Rentenzahler verkauft. Im Gegenzug erhält der Eigentümer ein lebenslanges und grundbuchlich abgesichertes Wohnrecht. Die Höhe der Rente richtet sich dabei -wie auch bei der Rückwärtshypothek- nach dem aktuellen Objektwert und dem Lebensalter des Rentenbeziehers.

Persönliche Beratung unbedingt notwendig!

Die Rückwärtshypothek ist kein “Null-Acht-Fünfzehn-Produkt” von der Stange, sondern setzt eine solide und kundenorientierte Beratung voraus, bei der alle Vor- und Nachteile dieses Produktes offen besprochen werden.