Hausbesitzer sollten Rechnungen und Belege aufbewahren!

Immobilienbesitzer sollten Rechnungen und Belege für Renovierungs- und Modernisierungskosten sammeln und aufbewahren. Die Rechnungen können bei einem Wiederverkauf der Immobilie oder bei der Kreditaufnahme den Immobilienwert deutlich erhöhen.

Es gibt Immobilienbesitzer, die bewahren alle Rechnungen und Belege für das auf, was sie in ihre Immobilie investiert haben. Da finden sich in zum Teil mehreren Aktenordnern Rechnungen und "Kassenzettel" von Handwerkern und aus dem Baumarkt aus den letzten 10 bis 20 Jahren. Einige andere Immobilienbesitzer schütteln ob dieser Sammelwut mit dem Kopf, aber: die Sammler tun tatsächlich gut daran!

Bei einem Verkauf der Immobilie können Belege für Modernisierungsmaßnahmen oder Wartungsarbeiten (z.B. an der Heizungsanlage) einen ähnlichen Effekt haben wie das "scheckheftgepflegt" bei einem Kraftfahrzeug. Wer nachweisen kann, dass er seine Immobilie in Schuss gehalten hat, gibt einem Kaufinteressenten ein Stück Sicherheit, hier nicht "eine abgerockte Bude mit hohem Sanierungsstau" zu kaufen. Einem potentiellen Käufer werden einige Kostenpositionen ziemlich gleichgültig sein, aber gerade Investitionen in die grundlgende Haustechnik (Heizung und Elektroanlage) können beim Verkauf echte Pluspunkte bringen.Immobilienbesitzer sollten Rechnungen und Belege sammeln

Aber nicht nur bei einem Verkauf können Rechnungen und Belege Pluspunkte bringen. Auch bei der Finanzierung der Immobilie können diese von Vorteil sein, denn sie erhöhen aus Bankensicht ggf. den Immobilienwert. Und von dem Immobilienwert hängen letztlich die Machbarkeit und die Konditionen der Finanzierung ab. Auch das ist im übrigen beim Verkauf der Immobilie wichtig, denn der Käufer benötigt in der Regel eine Bank, die die Immobilie finanziert. Wenn die Bank den Immobilienwert aber deutlich unter dem tatsächlichen Kaufpreis ansetzt, kann es schwierig werden.

Banken und Sachverständige für die Immobilienbewertung ermitteln den Wert einer Immobilie immer auf Basis der voraussichtlichen "Restnutzungsdauer" der Immobilie. Diese Restnutzungsdauer ist vereinfacht ausgedrückt die Lebenswerwartung des Hauses. Dabei geht man davon aus, dass eine Immobilie insgesamt eine "Lebensdauer" von 80 Jahren hat. Auf die Spitze getrieben bedeutet das, dass ein 1990 gebautes Haus im Jahr 2070 abrissreif und wertlos ist. Je kürzer diese Restnutzungsdauer ist, desto niedriger ist der Gebäudewert und damit er Gesamtwert der Immobilie.

Restnutzungsdauer erhöhen!?

Wer nachweisen kann, dass bestimmte Bauteile des Hauses in der Vergangenheit modernisiert oder erneuert wurden, erhöht damit die Restnutzungsdauer dieses Bauteils (z.B. die des Daches). Ein Sachverständiger oder auch eine Bank wird dann aus den verschiedenen Restnutzungsdauern ein fiktives Gesamtbaujahr ermitteln, ab dem dann wiederum die 80 Jahre gerechnet werden (bei einem Fertighaus können es auch nur 70 Jahre sein). So können auch viele kleinere Maßnahmen (z.B. neue Bäder, Bodenbelege usw.) in der Summe einen deutlichen Effekt bringen.

Also: Sie müssen nicht jeden 5-Euro-Beleg aus dem Baumarkt aufbewahren, aber Rechnungen und Belege für umfangreichere Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen schon. Diese können den Wert Ihrer Immobilie "auf dem Papier" deutlich erhöhen, was bei einem späteren Verkauf oder der Beleihung durch eine Bank messbare Vorteile bringt.