Schleswig-Holstein will Immobilienkäufer entlasten

02.08.2019: Das Land Schleswig-Holstein will Immobilienkäufer entlasten und die Grunderwerbsteuer zum Teil reduzieren. Möglich werden soll das durch Mehreinnahmen bei sog. "Share Deals".

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Großinvestoren sparen Grunderwerbsteuer, in dem sie nicht die Immobilien selbst kaufen, sondern steuerfrei gleich die ganze Besitzgesellschaft. Diese Praxis will der Bund durch neue Regeln eindämmen. Das dürfte in den einzelnen Bundesländern zumindest in der Theorie zu Mehreinnahmen bei der Grunderwerbsteuer führen. Das Land Schleswig-Holstein will diese Mehreinnahmen verwenden, um die Grunderwerbsteuer bei selbstgenutzem Wohneigentum zu reduzieren. In der Regierungskoalition spricht man u.a. von einem Freibetrag für Selbstnutzer beim Kauf der ersten Immobilie. Wer eine eine Immobilie mit einem Kaufpreis von bis zu 500.000 Euro erwirbst, soll künftig keine Grunderwerbsteuer zahlen müssen.

Grundsätzlich ist die Idee der Jamaika-Koalition ja zu begrüßen, nur dürfte es in der Praxis noch ein weiter weg dahin sein. Zuerst müsste der Bund erst einmal rechtlich die Möglichkeit für einen solchen Freibetrag schaffen. Und dann ist die Frage, wie hoch die Mehreinnahmen durch die Beschränkungen bei sog. Share-Deals tatsächlich sind. Verlässliche Zahlen oder auch nur Schätzungen gibt es dazu bislang nicht. Laut Presse geistert in Kiel ein Betrag von rund 50 Mio Euro herum, der künftig mehr in der Landeskasse landen könnte. Das entspricht der Grunderwerbsteuer für (Ver-)Käufe in Höhe von rund 770 Mio Euro. Ich frage mich gerade, wo in Schleswig-Holstein in absehbarer Zeit derartige Immobilienbestände zum Verkauf stehen sollen.

Statt über die Verteilung von ungelegten Eiern zu sprekulieren, sollte das Land lieber eine weitere Option nutzen, um die Grunderwerbsteuer zu sparen. Diese Option besteht darin, den Bund bei der Einführung des Bestellerprinzips auch beim Immobilienkauf/-verkauf zu unterstützen. Nicht nur die Grunderwerbsteuer ist in Schleswig-Holstein mit 6,5% die höchste in Deutschland, sondern auch die -allein von den Käufern- zu zahlenden Maklercourtagen sind mit bis zu 6% (zzgl. 19% MWSt.) extrem hoch - und völlig unangemessen.

Mich würde es ja freuen, wenn die Erwerbsnebenkosten in meiner Heimat Schleswig-Holstein demnächst sinken. Aber noch glaube ich nicht wirklich daran.

Ihr

Olaf Varlemann

Inhaber von baufi-nord.de

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