Verbraucherzentrale Hamburg stellt Baugeldvergleich ein

03.12.2019: Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt den wöchentlichen Hypothekenzinsvergleich zum 01.01.2020 ein. Begründet wird das mit der schlechten wirtschaftlichen Situation der Verbraucherzentrale.

Es war für mich über 10 Jahre an jedem Montagvormittag ein festes Ritual: bis um 11 Uhr (früher 12.00 Uhr) musste ich unsere Zinskonditionen per E-Mail an die Verbraucherzentrale Hamburg melden. Dabei war immer die Frage: wo werden wir im regionalen Vergleich mit unseren "lieben Mitbewerbern" wohl landen? Häufig standen wir mit unseren Konditionen auf Platz 1 "der Charts", zumindest waren wir aber immer unter den ersten 5 Anbietern.

Vor Jahren war der Zinsvergleich extrem wichtig, denn dieser wurde regelmäßig in verschiedenen Tageszeitungen wie dem Hamburger Abendblatt oder der Rheinischen Post veröffentlicht. Ein gutes Ranking bescherte uns viele Anfragen von potentiellen Kunden. Aber in den vergangenen 2 bis 3 Jahren wurden diese Anfragen immer weniger und in den vergangenen Monaten bekamen wir über den Zinsvergleich kaum noch Anfragen. Das mag daran liegen, dass die Zahl der Abonnenten des Zinsvergleichs immer weiter geschrumpft ist, aber auch daran, dass immer weniger Menschen Tageszeitungen lesen (bzw. die Leser immer älter werden und mit dem Thema Immobilienfinanzierung "durch sind").

Der Zinsvergleiuch war "in die Jahre gekommen". Verglichen wurden die Zinssätze für ein 100.000 Euro Darlehen und eine 10jährige bzw. 15jährige Sollzinsbindung bei einer Beleihung von 60% bzw. 80% des Immobilienwertes. Das war schon lange nicht mehr zeitgemäß, denn in Hamburg reichen 100.000 Euro Darlehen bei einer 80%igen Beleihung (so die Vorgabe der VZ) gerade noch für eine kleine 1-Zimmer-Wohnung (wenn überhaupt). Angeblich sollen die Tageszeitungen wegen ihrer Anzeigenkunden auf diesen Darlehensbetrag und die Zinsbindungen bestanden haben. Und erst lange nachdem Banken eine Tilgung von mindestens 2% verlangt haben, änderte die VZ ihre Vorgaben für den Zinsvergleich und erhöhte in den Vorgaben den Tilgungsatz von 1% auf 2%.

Jetzt stellt die Verbraucherzentrale Hamburg den Zinsvergleich aus wirtschaftlichen Gründen zum Jahresende 2019 ein. Die Mitarbeiterin, die sich jahrelang um den Zinsvergleich gekümmert hat, hat ihren Hut genommen. Wir wünschen an dieser Stelle Frau Angela Matthausen alles Gute für Ihre Zukunft außerhalb der VZ!

Ich werde die Montagsroutine vermissen...

Ihr

Olaf Varlemann

Inhaber von baufi-nord.de