Preisanstieg für Baumaterial kann Bauherren und Bauunternehmen hart treffen!

13.04.2021 In den vergangenen Tagen wurde in mehreren Zeitungsartikeln berichtet, dass die Kosten für Baumaterialien in den vergangenen Monaten um 15% bis zu 30% gestiegen sind. „Branchenvertreter fürchten Baustopps und eine Pleitewelle bei Betrieben…“. Und das ist tatsächlich keine Übertreibung. In der Praxis sind Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten noch deutlich extremer als in den Artikeln dargestellt.

Kosten für Baumaterial stark gestiegen shutterstock 1044298705

Berichtet wurde beispielsweise, dass sich die Preise für „Bauholz“ seit September 2020 um bis zu 20% erhöht haben. Tatsächlich vermelden viele Handwerksunternehmen bei Holz Preissteigerungen von bis zu 100%. Zudem wird es immer schwieriger, überhaupt Baumaterialien zu bekommen. Ein Dachdeckerbetrieb in Schleswig-Holstein berichtete uns dieser Tage, dass simple Dachlatten nicht mehr frei verkauft werden, sondern bei der Bestellung die Dachfläche angegeben werden muss und der Händler darüber entscheidet, wie viel Holz der Betrieb tatsächlich erhält (und das bei einer Preissteigerung von tatsächlich 100%). Und abrechnet wird zum Tagespreis am Tag der Lieferung. Eine vernünftige, weil vorausschauende, Kostenplanung ist damit kaum noch möglich. Entsprechend schwer tun sich Handwerker und Bauunternehmen derzeit mit der Angebotskalkulation für Neubau- oder Modernisierungsvorhaben.

Zugegeben, Dachlatten sind beim Hausbau nicht die größte Kostenposition, aber Mangel, Lieferschwierigkeiten und deutlich höhere Preise ziehen sich durch fast alle Gewerke. Sog. KG-Rohre sind teilweise gar nicht mehr verfügbar, Dämmmaterial nur mit 40 % Preisaufschlag und 2 Monaten Lieferfrist usw. usw.

Video: BR24 Abendschau v. 27.03.2021

Für angehende Bauherren bedeutet das auf jeden Fall höhere Baukosten, insbesondere wenn diese gerade mit der Planung ihrer eigenen Immobilie begonnen haben. Auch, wenn die Materialkosten beim Hausbau neben den Lohnkosten nur einen Teil der Gesamtkosten beim Haus- und Wohnungsbau ausmachen, dürften sich Einfamilienhäuser aktuell um bis ca. 10% verteuern. Ein solcher Preisanstieg könnte für viele Normalverdiener, die beim Hausbau ohnehin schon am finanziellen Limit sind, das Aus des Traums von den eigenen vier Wänden bedeuten.

Hart treffen kann es aber auch Bauherren, die gerade mit dem Hausbau begonnen haben oder bei denen es in Kürze losgehen soll. Sollten Bauunternehmen und Handwerker die seit Angebots- bzw. Vertragserstellung gestiegenen Materialkosten nicht tragen oder -trotz Festpreis- auf die bauherren abwälzen können, droht im schlimmsten Fall das Aus auf der Baustelle. Und das könnte nicht nur „die kleinen Höker“, sondern auch große „und gestandene“ Betriebe in Schieflage bringen. Da nützt einem der vertraglich vereinbarte Festpreis am Ende nicht viel (wie Bauunternehmen den umgehen können, lesen Sie hier in den kommenden Tagen).

Leider haben Bauherren nur wenig Möglichkeiten, sich vor den möglichen Mehrkosten bzw. deren Folgen zu schützen. Der einzige echte Schutz liegt in der Auswahl des passenden Bauunternehmens bzw. der Handwerker. Wer bei vermeintlichen Schnäppchenangeboten zugreift, muss sich nicht wundern, wenn sich das Bauvorhaben insgesamt verzögert oder deutlich verteuert. Aus diesem Grund bieten wir unseren Kunden beispielsweise die Möglichkeit, kostenfrei eine Bonitätsauskunft von dem Bau- bzw. Handwerksunternehmen anzufordern (Auskunft über Creditreform). Das bietet zwar keine 100%ige Sicherheit, aber man kann schon mal die Spreu vom Weizen trennen.

Ihr Olaf Varlemann

Inhaber von baufi-nord.de

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