Holzpreise könnten 2022 nochmals deutlich steigen

Schlechte Nachrichten für angehende Bauherren und Hausbauunternehmen: die ohnehin schon stark gestiegenen Preise für Bauholz könnten spätestens Anfang 2022 nochmals deutlich steigen. Grund hierfür ist das ab dann gültige Exportverbot für russisches "Rundholz" (unverarbeitete Baumstämme). 

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Foto: Shutterstock/zedspider

2020 lag der Anteil des russischischen Rundholzes im weltweiten Handel bei rund 12%. Ab dem 01.01.2022 ist damit Schluß, denn Russland verbietet ab dann den Export des Holzes. Putin möchte die heimische Holzindustrie stärken und nicht nur das Rohmaterial liefern. Größter Abnehmer dieses Holzes war bzw. ist bislang China, das sich dann neue Quellen suchen muss. Das dürfte dann an anderer Stelle zur Verknappung des Angebotes und zu steigenden Holzpreisen führen.

Das gilt auch für den Fall, dass China statt der unverarbeiteten Stämme künftig weltweit Schnittholz "ab dem Sägewerk" aufkauft. Zwar würden dann auch wieder die Russen mitmischen, denn das Exportverbot gilt nicht für Schnittholz, aber mit stiegender Nachfrage werden auch die Preise dafür steigen. Deutsche Wald- und Sägewerksbesitzer dürfte das freuen, deutsche Bauherren und Bauunternehmen wahrscheinlich weniger, denn man kann es drehen und wenden wie man will: Holz ist ein stark gefragter und immer stärker nachgefragter Baustoff. Diese Nachfrage wird auch dadurch weiter befeuert, dass Holz als ökologischer und nachhaltiger Baustoff gilt, der jetzt auch im sog. Geschosswohnungsbau (Mehrfamilienhäuser) Einzug hält.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist, das aktuell die chinesische Bauwirtschaft mitten in einer Krise ist. Der Immobilienkonzern Evergrande als ein Treiber des chinesischen Immobilienbooms ist mit ca. 300 Mrd. Dollar verschuldet und kaum mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken. Sollten die Chinesen als Folge davon auf die Bremse bei immer neuen und immer aberwitzigeren Neubauten treten, könnte das zu einer spürbar geringeren Nachfrage bei allen Baumaterialien, nicht nur Bauholz, führen. Das würde dann auch das Beschaffungsproblem der hiesigen Bauwirtschaft mildern und ggf. wieder zu akzeptablen Lieferzeiten und verlässlichen Preisen führen. Schauen wir mal, was da auf uns zukommt.

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen will, kann beispielsweise eine Studie des Wood Recources International (WRI) zum Thema beschaffen. Diese können Sie im Internet bestellen (nicht ganz billig und nur auf Englisch!). Siehe >Studie des WRI>.

Ihr

Olaf Varlemann

Inhaber von baufi-nord.de