Bundestag beschließt Halbierung der Maklercourtage

16.05.2020 (Update 07.07.2020) Der Bundestag hat am Donnerstag den Gesetzentwurf der Bundesregierung über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen für Wohnungen und Einfamilienhäuser angenommen. Damit werden sich die vom Käufer zu zahlenden Maklerprovisionen in vielen Regionen Deutschlands ab dem 23.12.2020 halbieren. Als Nebeneffektiv dürfte künftig die Maklerprovision aber insgesamt geringer ausfallen.  

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Anders als bei der Vermittlung von Mietwohnungen, gibt es beim Kauf und Verkauf von Wohnimmobilien kein Bestellerprinzip. Und das wird es auch in Zukunft nicht geben. Dafür hat die Mehrheit der CDU/CSU in der Bundesregierung gesorgt. Aber immerhin gibt es jetzt einen kleinen Kompromiß, der vielen Immobilienerwerbern viel Geld sparen wird. Besonders profitieren werden vor allem die Käufer in Regionen, in denen die Maklercourtage bislang komplett vom Käufer zu zahlen sind (z.B. Hamburg und Schleswig-Holstein). Aber auch für Käufer in den Regionen, in denen das "Hälfte-Hälfte-Prinzip" schon parktiziert wurde, könnte es bei der Maklercourtage günstiger werden.

Ab dem 23.12.2020 müssen sich Käufer und Verkäufer die Maklercourtage zu je 50% teilen. Dabei muss der Käufer die Courtage erst zahlen, wenn der Makler nachgewiesen hat, dass der Verkäufer seinen Anteil bezahlt hat. Dieses Detail mag verwundern, ist aber wichtig. Vielerorts teilen sich Käufer und Verkäufer schon jetzt die Maklercourtage offiziell. Häufig kommt es aber vor, dass der Makler gegenüber dem Verkäufer auf die Courtage verzichtet und nur dem Käufer eine Rechnung schickt. Diese Praxis dürfte sich mit dem Nachweis der Zahlung durch den Verkäufer weitestgehend erledigt haben.

Mit der Teilung der Maklerprovision sparen Käufer aber nicht nur die 50% der Rechnung. Die Teilung dürfte auch dazu führen, dass die Verkäufer die Courtage mit den Maklern verhandeln (wozu sie bislang meist keinen Grund hatten) und die Courtagesätze somit insgesamt sinken. Selbst wenn Verkäufer versuchen, ihren Provisionsanteil auf Kaufpreis aufzuschlagen, sparen Käufer in der Regel immer noch viel Geld. Das liegt vor allem auch an der Finanzierung, denn letztlich steigt der Eigenkapitalanteil und das führt ggf. zu einer größeren Bankenauswahl und besseren Zinskonditionen. Daraus ergibt sich, dass Immobilienfinanzierungen ohne Eigenkapital künftig günstiger werden könnten (zumindest in den Regionen, in den die Courtage künftig geteilt wird).

Ihr

Olaf Varlemann

Den genauen Wortlaut der Gesetzesänderungen finden Sie unter: Bundestag - Drucksache 19/19203